Der Zehntstadel – das Kulturzentrum in und für Leipheim

Eindrucksvoll präsentiert sich der Zehntstadel an der Stirnseite des Schlosshofes von Leipheim. Mehrere Jahre aufwändig restauriert, wurde das Haus für Kunst und kulturellen Austausch, für Kreativität und Inspiration im Jahr 2002 eröffnet. Als Ort der Begegnung erfreut es mit seinem vielfältigen und hochwertigen Programm aus Klassik, Jazz, Weltmusik, Neuer Musik, Folk, Blues, Theater, Kleinkunst und Kinderkultur ein anspruchsvolles Publikum.
Zweimal im Jahr erscheint der Veranstaltungskalender mit etwa 20 Veranstaltungen. Alljährlich wiederkehrende Glanzlichter wie das Irish Spring Festival und die TastenTage, im Sommer die Feierabend-Konzerte und der legendäre Butterbrezel-Jazz, im Winter der Christkindlesmarkt von Kindern für Kinder genießen mittlerweile regelrechten Kultstatus.

Dank des eingebauten durchgehenden Aufzugs sind alle Veranstaltungen im Zehntstadel auch für Besucher:innen mit eingeschränkter Mobiliät barrierefrei erreichbar. (Eine Toilette für Menschen mit Behinderung ist im Keller vorhanden.)

Die Geschichte

Wenige Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg entstand das neben dem Schloss und der St.-Veits-Kirche wohl eindrucksvollste Gebäude Leipheims: Der Schlossstadel aus dem Jahr 1583, dessen Holzkonstruktion und eindrucksvoller Dachstuhl in Fachkreisen als eine in Süddeutschland einzigartige Meisterleistung gilt. Lange Zeit diente der Stadel als Lagerstätte für landwirtschaftliche Güter bis ihn die Stadt 1851 vom Bayerischen Staat für 1575 Gulden erwarb und zum Bauhof und Feuerwehrgerätehaus umfunktionierte. Nach dem Krieg blieb das schöne Gebäude vorerst noch Bauhof, nach dessen Umzug jedoch diente er lediglich als Unterkunft für Obdachlose.
Genau 400 Jahre nach seiner Errichtung kam, was Experten schon lange Zeit prophezeit hatten: Am 3. August 1983 stürzte ein Teil der vorderen Fassade ein. Stimmen wie "Schiabad des Glump da Berg na!" wurden laut - doch der Stadtrat hatte den kulturhistorischen Wert des Gebäudes – nicht zuletzt dank der vehementen Worte des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus und des Landesamts für Denkmalschutz - erkannt: Eine Stimme Mehrheit im Stadtrat rettete am 20.10.1983 den heute unter Denkmalschutz stehenden Zehntstadel vor dem Abriss.
Nach den ersten Notsanierungsmaßnahmen übernahm 1993 der Münchner Architekt Klaus-Michael Wabnitz die anspruchsvolle, aber doch sehr reizvolle Aufgabe der Renovierung und des Umbaus.
In dieser Zeit wurden noch verschiedene Nutzungen und unterschiedliche Raumkonzepte diskutiert, bis es schließlich zur Einigung kam: Der Zehntstadel sollte eine »überörtlich kulturelle Stätte« werden.
Die komplette Unterkellerung des Hauses ermöglichte den Einzug einer festen Gastronomie im Erdgeschoss.
Nach neun Jahren aufwendigen Renovierungs- und Umbauarbeiten für rund 7,5 Mio. € (2 Mio. € wurden von der Städtebauförderung, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk Schwaben sowie aus FAG-Mitteln der Regierung von Schwaben bezuschusst) konnte der Zehntstadel seinen Betrieb aufnehmen.

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